Bluterguss – Blauer Fleck

Das Entstehen eines blauen Flecks (Hämatom) durch eine Injektion ist eine Nebenwirkung oder unerwünschte Begleiterscheinung nach einer Hyaluronsäure-Faltenunterspritzung oder selten auch einer Botox®-Behandlung. Da dieser unschöne Umstand lange von dem schönen Ergebnis der Unterspritzung ablenkt gilt es die Nebenwirkung Blauer Fleck möglichst zu vermeiden.

Vermeidungsstrategien für blaue Flecken und Blutergüsse

Ein blauer Fleck nach Lippenvergrößerung oder einer Faltenbehandlung ist unerwünscht. Blutergüsse enstehen durch unbeabsichtigte Verletzungen von relativ kleinen Blutgefäßen. Die Kenntnis der typischen Verläufe und häufigen Varianten der größeren Blutgefäße ist eine Grundvoraussetzung für eine komplikationsarme Injektionstechnik ohne resultierende blaue Flecken. Besonders die Hauptarterien des Gesichts sollten nicht verletzt werden. Wegen der dunkleren Farbe, größeren Durchmesser und oberflächlicheren Lage sind Venen (Blutadern) besser sichtbar als Arterien (Schlagadern). Vor dem Ohr, in der Jochbeinregion, am Unterkiefer, an den Schläfen und im Bereich des Halses sind die Arterien gut zu tasten. Im Bereich der Augen und der Stirn scheinen venöse Blutgefäße oft durch, so dass optimale Licht- und Sichtverhältnisse die Wahrscheinlichkeit von Blutergüssen nach einer Faltenunterspritzung deutlich verringern.

Günstige Bedingungen schaffen

Patienten sollten eine Woche vor einer Faltenbehandlung durch eine Injektion keine blutverdünnenden Medikamente (z. B. Acetysalicylsäure, ASS) einnehmen. Marcumar-Patienten und Patienten mit einer Blugerinnungsstörung sind extrem achtsam zu behandeln und mit der Erwartung von Hämatomen zu unterspritzen. Frauen sollten den Termin zur Faltenunterspritzung außerhalb ihrer Periode wählen, da in dieser Zeit die Blutungsneigung im gesamten Körper verstärkt ist.

Kühlen gegen Blutergüsse und blaue Flecken?

Das Kühlen der Haut vor einer Faltenbehandlung oder sonstigen Injektion kann die Behandlung weniger schmerzhaft erscheinen lassen. Duch die Kühlung ziehen sich die Blugefäße zusammen und geben theoretisch der Injektionskanüle weniger Angriffsfläche. Ein Hämatom erscheint zunächst unwahrscheinlicher. Sobald das Kühlen aber beendet wird, weiten sich diese Blutgefäße umso weiter aus (reaktive Hyperämie). Sollte trotz Kühlung ein Blutgefäß verletzt worden sein, wird die Abwehr eines blauen Flecks jetzt schwieriger. Zudem macht die vorherige Kompression durch die Kühlkompresse das zu unterspritzende Areal durch Deformierung unübersichtlicher.

Kompression vermeidet Blutergüsse

Die Faltenunterspritzung oder Gewebeaugmentation sollte zügig durchgeführt werden um einer eventuellen Gefäßverletzung wenig Zeit zum Bluten zu geben. Nach dem Abschliessenden Entfernen der Injektionskanüle sollte das Gewebe leicht komprimiert werden. Dabei ist es weniger wichtig fest, sondern stetig und mindestens zwei Minuten den Bereich der Faltenbehandlung zu komprimieren um größeren blauen Flecken vorzubeugen. Der Patient kann die Kompression selbst mit flacher Hand oder den Fingern durchführen und sollte dabei auch umgebendes Gewebe nicht bewegen. Zur Vermeidung  eines Blutergusses im Gesicht soll der Patient nicht sprechen und es darf nicht getupft werden.

Behandlung von Hämatomen zum schnellstmöglichen Abbau

Blauer Fleck, was tun? Bluterguss schnell loswerden

Blaue Flecken sind Einblutungen in das Gewebe. Das rote Blut erscheint blau, da die rote Farbe durch die Sauerstoffbindung des Hämoglobins mit der Sauerstoffabgabe in Blau umschlägt. Diese Blutbestandteile werden über das lymphatische System abtransportiert. Diesen Prozess gilt es zu beschleunigen, damit der Bluterguss (Hämatom) schneller abgebaut wird. Zunächst hilft eine Lymphdrainage in dem Sinne, dass ein blauer Fleck in Richtung des Lymphabstroms massiert, bzw. ausgestrichen wird. Mit leichtem Druck, der nicht stärker als ein Streicheln ist, wird die Stelle des Hämatoms in Richtung der nächstgelegenen Lymphknoten-Station ausgestrichen. Für das Gesicht liegen diese am Kieferwinkel. Zusätzlich kann ein Enzympräparat, z. B. Phlogenzym, oder Arnika eingenommen werden. Während des Zeit der forcierten Behandlung der blauen Flecken sollte der Patient reichlich trinken. Lokale durchblutungsfördernde Maßnahmen, z. B. ein Algen-Peeling, beschleunigt den Abtransport der Blutergüsse erheblich.

Wie lange dauert es bis blaue Flecken verschwinden?

Die Geschwindigkeit des Hämatomabbaus ist stark abhängig von der Durchblutung und der größe des Hämatoms. Oberflächliche, kleine Blutergüsse im Gesicht können bereits nach vier Tagen abgebaut sein. Größere blaue Flecken benötigen bis zu drei Wochen bei optimaler Therapie. (s.o.)