Knubbel, Knötchen, Wülste
Da Hyaluronsäure nicht flächig unter die Haut gespritzt werden kann, ist nur eine lineare oder punktuelle Injektion möglich. Der Verlauf und die Höhenlagen der linearen Unterspritzungen werden als Unterspritzungstechnik bezeichnet. Eine punktuelle Ansammlung oder eine Implantationslinie einer hochstabilisierten Hyaluronsäure lässt sich unter der Haut ertasten, wenn diese hoch genug appliziert wurde. Diese Erhabenheiten nimmt man für einen optimalen mechanischen und feuchtigkeitsspeichernden Effekt in Kauf. Diese Unebenheiten sollte möglichst nicht sichtbar sondern nur tastbar sein. Bei sehr dünner Haut sind selten für eine Weile solche ‘Knubbel’ sichtbar – allerdings bei einem insgesamt deutlich schöneren Hautbild.
Wollte man auf solche Knötchen, bzw. Knubbel, nach einer Hyaluronsäure-Faltenunterspritzung durch tiefe Applikation verzichten, so wäre für den gleichen stabilisierenden Effekt deutlich mehr Volumen des kostbaren Gel-Implantats nötig und die verbesserte Feuchtigkeitsspeicherung der oberen Hautschichten würde nicht erreicht.
Je nach Material und Tiefe der Unterspritzung sind solche ‘Knötchen’ nach einer oder mehreren Wochen von der Haut vollständig aufgenommen. Sichtbare Knubbel dürfen massiert werden, so dass diese schneller vom umgebenden Unterhautfettgewebe aufgenommen werden. Ist die Hyaluronsäure lediglich tastbar, dann lassen Sie diese möglichst unmassiert um ein möglichst lang anhaltendes Ergebnis zu erzielen.
Wulst neben / oberhalb der Nasolabialfalte
Nach Unterspritzung extrem tiefer Nasolabialfalten kann die darüber liegende abgesunkene Wange durch den Hautüberschuss wulstig wirken. Das ungewohnte Bild wird sich nach weiteren Behandlungen mit großzügigeren Mengen von Hyaluronsäure verbessern. Besonders nach Unterspritzungen tiefer Nasolabialfalten wird ein praller Strang oder Knubbel oberhalb (wangenwärts) der Nasolabialfalte getastet. Dieser Wulst ist hauptsächlich durch Schwellung, bzw. Wasserbindung durch das Implantatgel, verursacht. Für wenige Wochen kann sich dieser Wulst härter als das Hyaluronsäure-Gel selbst anfühlen. Der Patient geht häufig davon aus, dass das Material zu hoch oder gar neben die Falte gespritzt worden sei. Dies ist in der Regel nicht der Fall, sondern die Schwellung ordnet sich eher in dem Teil der Wange, der Platzt bietet, an als unter der tief eingezogen und mit dem Gesichtsschädel relativ fest verbundenen Nasolabialfalte an. Ein Hauptfaktor dieser Nebenwirkung ist ein zu später Beginn der Faltenunterspritzung. Die Problematik wird sich aber nach weiteren Behandlungen mit einem Hautfüllstoff im Abstand von wenigen Monaten bessern. Ein queres Unterspritzen füllt zwar auch die Wulst der Wange, schafft aber eine stabilere Hautfurche und ein fülligeres Gesicht oberhalb der Nasolabialfalte.
Hyaluronsäure auflösen mit Hylase®
Hyaluronsäure-Gele können durch Hyaluronidase aufgelöst werden. Bevor das Medikament Hylase® gespritzt wird, sollte eine Wespenstich-Allergie auschlossen werden. Die Anwendung von Hylase sollte sehr sparsam erfolgen. Die Auflösung kann nach Minuten beurteilt werden, so dass dann evtl. eine weitere Injektion durchgeführt werden kann.
Knötchen und Schwellung nach Vorbehandlungen
Nach vorheriger Unterspritzung mit semipermanenten Fillern auf Polyacrylamid- oder Acrylhydrogel-Basis kann es durch die Unterspritzung von Hyaluronsäure zu einem ‘Wiederaufflammen’ einer vorhandenen Fremdkörperreaktion kommen. Diese tritt oft zeitversetzt zu der Unterspritzung mit Hyaluronsäure auf. Diese Reaktion kann schmerzhafte Schwellungszustände zur Folge haben und klingt meist mit der Zeit wieder ab. Unterstützend können hier Kortison-Salben oder eine Injektion mit Triamcinolon angewandt werden. Neben der gewebeaktivierenden Eigenschaft der Hyaluronsäure-Gele wirken diese anti-entzündlich – trotzdem solte eine Infektion des Gel-Implantats ausgeschlossen werden und ggf. nach Abstrich-Entnahme antibiotisch behandelt werden.